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Oper

Samson et Dalila: Handlung, Geschichte und Musik

Samson et Dalila ist eine Oper in drei Akten von Camille Saint-Saëns, uraufgeführt am 2. Dezember 1877 in Weimar. Sie folgt der biblischen Erzählung aus dem Buch der Richter: Der hebräische Held Samson, mit übermenschlicher Kraft begabt, wird von der Philisterin Dalila verführt, die ihm das Geheimnis seiner Stärke entlockt und ihn seinen Feinden ausliefert. Die berühmteste Nummer ist Dalilas Arie "Mon cœur s'ouvre à ta voix".

Die Handlung

Erster Akt. In Gaza beklagen die Hebräer, den Philistern unterworfen, ihr Los. Samson richtet ihren Glauben wieder auf und tötet im folgenden Handgemenge Abimelech, den Satrapen von Gaza. Die Hebräer erheben sich. Dalila, eine Priesterin der Philister, tritt mit ihren Gefährtinnen aus dem Tempel des Dagon und entfaltet vor Samson ihre Verführungskunst, mit Tanz und dem Lied "Printemps qui commence". Ein alter Hebräer warnt den Helden vor ihr, vergebens.

Zweiter Akt. Im Tal von Sorek plant Dalila mit dem Oberpriester des Dagon Samsons Verderben: Nicht Liebe leitet sie, sondern Hass und die Treue zu ihrem Volk. Als Samson in einer Gewitternacht kommt, singt Dalila "Mon cœur s'ouvre à ta voix" und verlangt von ihm als Liebesbeweis das Geheimnis seiner Kraft. Samson widersteht, dann gibt er nach: Seine Kraft liegt in seinem Haar. Dalila liefert ihn den Soldaten der Philister aus.

Dritter Akt. Geblendet, geschoren und in Ketten dreht Samson im Gefängnis von Gaza den Mühlstein und hört die Vorwürfe seines Volkes. Im Tempel des Dagon feiern die Philister ihren Sieg mit einem Bacchanal und verhöhnen den Gefangenen. Samson bittet Gott, ihm ein letztes Mal seine Kraft zurückzugeben, stemmt sich gegen die Säulen des Tempels und bringt ihn über den Philistern und über sich selbst zum Einsturz.

Eine Uraufführung in der Fremde

Saint-Saëns entwarf das Werk um 1867, zunächst als Oratorium, auf ein Libretto von Ferdinand Lemaire. Die französischen Theater lehnten ab: Ein biblischer Stoff auf der Bühne galt damals als unannehmbar. Franz Liszt setzte sich von Weimar aus für den Komponisten ein und erreichte die Uraufführung der Oper am dortigen Großherzoglichen Hoftheater, am 2. Dezember 1877, in deutscher Fassung.

Frankreich brauchte Zeit: Die Pariser Oper nahm das Werk erst 1892 an, fünfzehn Jahre nach der Uraufführung. Seither hat sich Samson et Dalila als die einzige Oper von Saint-Saëns durchgesetzt, die ständig im internationalen Repertoire präsent ist.

Die Musik

Seinen Ruhm verdankt das Werk zuerst der Partie der Dalila, einer der großen Mezzosopranrollen. Ihre drei Arien zeichnen ein vollständiges Bild der Figur: die Verführung von "Printemps qui commence", die Anrufung "Amour! viens aider ma faiblesse" und vor allem "Mon cœur s'ouvre à ta voix", dessen umschmeichelnde Melodie zu den bekanntesten der französischen Oper zählt.

Saint-Saëns' Erfahrung mit dem Oratorium ist in den großen Chören der Hebräer zu hören, deren Satz bisweilen an Händel erinnert. Am anderen Pol steht das Bacchanal des dritten Aktes mit seiner orientalisch gefärbten Oboe und seinem entfesselten Rhythmus, ein brillantes Orchesterstück, das oft im Konzert gespielt wird. Das Finale mit dem Einsturz des Tempels verlangt Orchester und Chor alles ab.

Warum das Werk heute sehen

Samson et Dalila verbindet die Kraft einer universellen biblischen Erzählung mit einer Vokalschrift ersten Ranges. Die Figur der Dalila, deren Aufrichtigkeit ein Rätsel bleibt, das jede Interpretin auf ihre Weise löst, und der Kontrast zwischen intimen Szenen und großen Chorfresken erklären, warum das Werk sein Publikum mehr als ein Jahrhundert später noch findet.

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