La Traviata ist eine Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi, uraufgeführt 1853 am Teatro La Fenice in Venedig. Sie erzählt die Geschichte der Pariser Kurtisane Violetta Valéry, die aus Liebe zu Alfredo Germont ihrem Vergnügungsleben entsagt und ihr neues Glück dann auf Bitten von Alfredos Vater opfert. Die Vorlage ist Die Kameliendame von Alexandre Dumas dem Jüngeren. La Traviata gehört zu den meistgespielten Opern der Welt.
Erster Akt. Paris um 1850. Bei einem Fest in ihrem Salon begegnet die Kurtisane Violetta Valéry dem jungen Alfredo Germont, der ihr seine aufrichtige Liebe gesteht. Violetta, an Tuberkulose erkrankt, zögert: Diese Liebe rührt sie, doch sie hängt an ihrem freien Leben. Allein zurückgeblieben, schwankt sie in der großen Szene "Ah, fors'è lui... Sempre libera" zwischen beiden Regungen.
Zweiter Akt. Violetta und Alfredo leben gemeinsam auf dem Land bei Paris. Giorgio Germont, Alfredos Vater, sucht Violetta auf und bittet sie, seinen Sohn zu verlassen: Die Verbindung gefährdet die Heirat seiner Tochter. Violetta nimmt das Opfer auf sich und geht ohne Erklärung. Noch am selben Abend, auf dem Fest bei Flora, demütigt Alfredo sie vor allen Gästen, indem er ihr das eben am Spieltisch gewonnene Geld vor die Füße wirft.
Dritter Akt. Wenige Monate später liegt Violetta verarmt und fast allein in ihrer Wohnung im Sterben. Ein Brief teilt ihr mit, dass Germont seinem Sohn die Wahrheit gesagt hat. Alfredo trifft endlich ein; in "Parigi, o cara" träumen die Liebenden von einem Neubeginn, doch es ist zu spät: Violetta stirbt in seinen Armen.
Verdi ging von der Kameliendame aus, dem Roman und Schauspiel von Alexandre Dumas dem Jüngeren, angeregt von der Kurtisane Marie Duplessis. Eine zeitgenössische Kurtisane auf die Bühne zu bringen war für die Epoche eine Kühnheit. Die Uraufführung am 6. März 1853 am Teatro La Fenice in Venedig wurde ein Misserfolg, auch wegen der Besetzung. In überarbeiteter Form triumphierte das Werk im Jahr darauf in derselben Stadt und hat das Repertoire seither nicht mehr verlassen.
Der erste Akt vereint das Brindisi "Libiamo ne' lieti calici" und Violettas Szene "Sempre libera" mit ihren fiebrigen Koloraturen. Aus dem zweiten Akt bleiben Germonts Arie "Di Provenza il mar, il suol" und vor allem sein langes Zwiegespräch mit Violetta im Gedächtnis, einer der intensivsten Dialoge, die Verdi geschrieben hat. Der dritte Akt beginnt mit einem Streichervorspiel von verhaltener Trauer und gipfelt in "Addio, del passato", Violettas Abschied von ihrem früheren Leben.
La Traviata berührt bis heute, weil sie etwas Einfaches erzählt: Eine von der Gesellschaft verurteilte Frau wählt die Liebe und zahlt den Preis dafür. Verdi zeichnet sie ohne Moralisieren, mit einer Musik, die jeder Regung ihre Zeit lässt. Zugleich ist das Werk ein guter Einstieg für alle, die die Oper entdecken möchten.
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