La Rondine (Die Schwalbe) ist eine Oper in drei Akten von Giacomo Puccini, uraufgeführt 1917 an der Opéra de Monte-Carlo. Magda, die Geliebte eines Pariser Bankiers, verlässt ihr bequemes Leben für den jungen Ruggero und verzichtet auf ihn, als die Heirat möglich wird: Wie eine Schwalbe kehrt sie an ihren Ausgangspunkt zurück. Zwischen Oper und lyrischer Komödie ist dies Puccinis leichteste und zugleich melancholischste Partitur.
Erster Akt. In ihrem Pariser Salon empfängt Magda die Gäste ihres Gönners, des Bankiers Rambaldo. Der Dichter Prunier beginnt das Lied von Doretta, und Magda vollendet es: die Nummer "Chi il bel sogno di Doretta". Dann erinnert sie sich an eine Jugendliebe im Ballhaus Bullier. Als Ruggero eintrifft, der Sohn eines Freundes von Rambaldo, rät ihm jeder, seinen ersten Pariser Abend bei Bullier zu verbringen. Magda beschließt, ebenfalls hinzugehen, schlicht gekleidet, um nicht erkannt zu werden.
Zweiter Akt. Bei Bullier teilt Magda, die sich Paulette nennt, den Tisch mit Ruggero. Sie tanzen, küssen sich, verlieben sich ineinander. Rambaldo erscheint, und Magda erklärt ihm, dass sie ihn verlässt. Der Akt endet mit dem Entschluss des Paares, ein gemeinsames Leben zu beginnen.
Dritter Akt. An der Côte d'Azur führen Magda und Ruggero ein idyllisches Leben von geliehenem Geld. Ruggero hat seiner Mutter geschrieben und um die Erlaubnis zur Heirat gebeten; die Antwort kommt, voller Segenswünsche für eine vermeintlich unbescholtene Braut. Magda erträgt diese Lüge nicht: Sie gesteht ihre Vergangenheit und verlässt Ruggero trotz seines Flehens, zurück in ihr altes Leben.
La Rondine geht auf einen Wiener Operettenauftrag zurück, dessen Uraufführung der Krieg von 1914 in Österreich unmöglich machte. Puccini formte das Projekt zu einer von Walzerrhythmen durchzogenen Oper um und brachte sie am 27. März 1917 in Monte-Carlo, auf neutralem Boden, zur Uraufführung. Nie ganz zufrieden, überarbeitete er die Partitur mehrfach. Lange das am meisten übergangene seiner reifen Werke, hat die Oper ihren Platz auf den Bühnen zurückgewonnen.
Der Walzer durchzieht die ganze Partitur, von den Salons des ersten Aktes bis zum Fest bei Bullier. "Chi il bel sogno di Doretta" ist die bekannteste Nummer, oft im Konzert zu hören. Der zweite Akt baut ein großes Ensemble mit Chor um die beiden Liebenden auf, und der dritte dämpft das Licht zu einem Abschied mit halber Stimme, ohne tragische Geste.
La Rondine zeigt einen anderen Puccini: ohne gewaltsamen Tod, mit eleganter Traurigkeit und verfeinertem Orchestersatz. Ihr Thema, der Abstand zwischen dem Traum und dem möglichen Leben, berührt umso mehr, je älter man wird. Das Werk rundet das Bild des Komponisten jenseits seiner berühmten Titel ab.
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