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Dokumentarfilm

Bloody Daughter: Martha Argerich, gesehen von ihrer Tochter

Bloody Daughter ist ein Dokumentarfilm von 2012, gedreht von Stéphanie Argerich, Tochter zweier bedeutender Pianisten: Martha Argerich und Stephen Kovacevich. Über Jahre entstanden, gespeist aus Familienarchiven und beiläufig aufgenommenen Bildern, zeigt der Film die argentinische Pianistin aus einem Blickwinkel, den kein Journalist je erhielte: dem einer Tochter, die beobachtet, fragt und filmt. Entstanden ist das intime Porträt einer Künstlerin, die fast nie Interviews gibt.

Ein Blick aus der Familie

Stéphanie Argerich ist die Tochter von Martha Argerich und dem Pianisten Stephen Kovacevich. Der Titel des Films greift einen Ausdruck ihres Vaters auf, der sie mit ganz britischem Humor so nannte. Von Kindheit an begleitete Stéphanie ihre Mutter auf Tourneen, in Garderoben und Hotels, bevor sie begann, dieses Leben mit der eigenen Kamera zu filmen. Die über die Jahre gesammelten Bilder bilden den Stoff des Dokumentarfilms.

Der 2012 erschienene Film verbindet diese häuslichen Archive mit Szenen aus Konzerten, Proben und Gesprächen. Kein Kommentar, keine strenge Chronologie: Die Regisseurin geht in Assoziationen vor, wie man in einem Familienalbum blättert.

Martha Argerich, aus der Nähe

1941 in Buenos Aires geboren, ist Martha Argerich eine der großen Pianistinnen unserer Zeit. Als Gewinnerin des Warschauer Chopin-Wettbewerbs von 1965 steht sie seither für ein Spiel von seltener Intensität. Sie ist zugleich eine verschlossene Künstlerin, die sehr wenige Interviews gibt und seit Jahrzehnten auf das Solorezital verzichtet.

Der Dokumentarfilm zeigt sie, wie man sie sonst nie sieht: in der Küche, auf der Bühne, im Zweifel vor dem Auftritt. Kovacevich wiederum spricht mit Offenheit, auch über seine unstete Rolle als Vater.

Was den Film besonders macht

Bloody Daughter ist weder eine autorisierte Biographie noch eine Huldigung. Es ist der Versuch einer Tochter, ihre Eltern, zwei Pianisten von Rang, zu verstehen, mit ihren hellen und dunklen Seiten. Diese Position gibt dem Film eine im Genre seltene Freiheit: Er kann zärtlich und kritisch zugleich sein.

Er ist auch ein Dokument über das Leben reisender Interpreten: Hotels, Flugzeuge, Klaviere in Garderoben und eine Familie, die sich um diese ständige Bewegung herum einrichtet.

Aufnahme und Nachwirkung

Der Film lief auf Festivals und in den Fernsehprogrammen mehrerer Länder und wurde zur Referenz für alle, die sich Argerich jenseits der Schallplatten nähern wollen. Er zeigt ohne Feierlichkeit eine der bewundertsten Künstlerinnen der Musikwelt.

Mehr als zehn Jahre nach seinem Erscheinen bleibt er der direkteste Weg in die Welt der Pianistin.

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